Nymphomanin geht über Leichen

Henry J. Evans hat seinen zweiten Erotikthriller "Mörderische Lust" veröffentlicht

Von Diana Seufert, Fränkische Nachrichten
20. Oktober 2007

Ist die bildhübsche Lehrerin Yvonne eine Mörderin? Während Autor Henry J. Evans in seinem ersten Buch "Tödliche Gelüste" die Antwort noch nicht ganz deutlich herausarbeitet wollte, lässt er im zweiten Band keinen Zweifel mehr daran: Yvonne geht skrupellos über Leichen. Vor wenigen Wochen nun ist der Folgeroman aus der Feder des Autors mit dem Titel "Mörderische Lust" erschienen.

Der zweite Erotikthriller knüpft an die Handlung des ersten Buches an. "Ich habe Blut geleckt, und der Stoff gibt es her", lacht der Sozialpädagoge, der im Landratsamt in Tauberbischofsheim arbeitet. Seit zwei Jahrzehnten lebt der Brite in Deutschland, der in seinen Büchern versucht, eine erotische Handlung in eine Kriminalgeschichte zu verweben.

Die nymphoman veranlagte Protagonistin Yvonne geht kühl, berechnend und hemmungslos durchs Leben. Sie lässt dabei kein erotisches Abenteuer aus. Immer kaltblütiger wird ihre Handlungsweise, die sie mit Lügen, Betrug und auch Mord zu vertuschen versucht. Schließlich ist ihr Freund David Polizist und ihr Geliebter Alex bei der Staatsanwaltschaft in Stuttgart, wo der Roman angesiedelt ist.

"Sex and crime" bleiben in der Fortsetzung weiterhin die Grundlage des Geschehens dieses Romans, der für Erwachsene geschrieben wurde. "Es gibt wohl kaum ein vergleichbares Buch auf dem Markt, in dem diese Themen stark miteinander verbunden sind", sagt der Autor. Die Resonanz der Leser hat ihn ermuntert, die genau diese Kombination klasse fanden. "Endlich gibt es ein Buch, in dem die Erotik in eine vernünftige Handlung gepackt wird", habe man ihn bestätigt.

Als sehr spannend empfand er selbst die Arbeit an dem zweiten Buch, das im Vergleich zum ersten fließender und schneller von der Hand ging. Gerade die Erotik habe er viel befreiter geschrieben. Und die Freundschaft zum Polizisten, die aus Sicht der Protagonistin Liebe ist, sei ausgebaut worden. Auf Erklärungen, wie sie noch im ersten Teil nötig waren, habe er weitgehend verzichtet. Evans sieht beide Bücher als selbstständige Werke an. Das erste sei nicht zwingend nötig, um das zweite zu verstehen, meint er. "Aber natürlich will es neugierig auf den Vorgänger machen." Nicht nur durch den Titel "Mörderische Lust", der eine Steigerung des ersten Bandes "Tödliche Gelüste" darstellt.

In unterschiedliche Bereiche gliedert der Würzburger seinen Roman. Zum einen wird die Erotik positiver und besser beschrieben, findet er, zum anderen legt er ein größeres Augenmerk auf die Kriminalgeschichte. Schließlich beginnt der Roman schon mit einem Mord und der Fahrerflucht der Täterin, die sich aber keiner Schuld bewusst ist. "Es war interessant, die eiskalte und zynische Persönlichkeit der Ich-Erzählerin weiter zu vertiefen und herauszuarbeiten", berichtet der 47-Jährige von seiner rund einjährigen Schreibarbeit. Egozentrisch, psychopatisch, narzisstisch und nymphoman veranlagt, beschreibt er sie. Die Sexsucht seiner Heldin beleuchtet er aus psychologischer Sicht.

Verwoben hat er in diesen zweiten Band aber auch das Trauma einer Frau, die sexuell missbraucht wurde. Denn was im ersten Buch schon anklang, wird nun erläutert und fachlich erklärt. "Ich habe versucht, die Gefühle der Betroffenen zu beschreiben und darauf einzugehen", sagt der Sozialpädagoge. "Erotik ist teilweise alles andere als schön." Erotik und Sexualität müsse man trennen, die Kehrseite käme im Buch deutlich zutage.

Während die Rahmenhandlung der Geschichte frei erfunden ist, lässt der Autor aber sein Wissen in den fachlichen Erklärungen mit einfließen. Gerade auch in Gesprächen mit Frauen, die sexuellen Missbrauch oder Gewalt erlebt haben, habe er viele Erfahrungen gesammelt, die ihm beim Schreiben geholfen hätten. Sein Hintergrund durch das Studium war zudem nützlich. "Wenn ich nicht Sozialpädagogik studiert hätte, wären die Bücher anders geworden."

Ganz bewusst hat er auch die Perspektive der Frau als Ich-Erzählerin gewählt. Da es für seine tägliche Arbeit wichtig sei, die Handlungsweise unterschiedlicher Personen und so ihren Umgang mit Kindern zu verstehen, versuche er sich in sie hineinzuversetzen. Das habe er auch im Buch mit der Heldin gemacht. "So kann ich besser Gedanken und Empfindungen wiedergeben", ist Evans überzeugt.

Die Lust zum Schreiben hat den Würzburger gepackt. Denn derzeit arbeitet er am dritten Erotikthriller seiner Trilogie. Und das soll noch einmal eine Steigerung werden, verrät er.

Das Buch "Mörderische Lust" von Henry J. Evans ist im Verlag Books on Demand (Norderstedt), 288 Seiten, erschienen und zum Preis von 17,80 Euro erhältlich. Infos gibt es unter www.toedlichegelueste.de

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