Neu: 

Tauber-Zeitung, 

Bad Mergentheim , 7. Juni 2006:

von Anke Helbig-Straub

Tödliche Gelüste - ein Buch aus Sex und Crime

Aus der Idee, zum Zeitvertreib einen witzigen Kurzkrimi zu schreiben, hat sich bei dem Sozialpädagogen Henry J. Evans etwas völlig anderes entwickelt: Ein erotischer Thriller mit unerwartetem wissenschaftlichem und soziologischem Hintergrund ist entstanden.

TAUBERBISCHOFSHEIM  Henry Evans schildert bewusst zynisch und sarkastisch die tödlichen Gelüste seiner Heldin Yvonne. Auf 324Seiten beschreibt der Brite aus der Sicht einer Frau, einer nymphomanischen noch dazu, deren hemmungslose Taten. Psychologische Sichtweisen und soziologische Studien, die immer wieder einfließen, sollen das Niveau heben. Dafür hatder Sozialpädagoge Kenntnisse aus seinem Studium genutzt und Zeitungsmeldungen verarbeitet.

„Durch das Schreiben in der Ich-Form und im Präsens identifiziert sich der Leser mit der Geschichte”,erklärt er. Absichtlich wurden viele Klischees beschrieben. Damit möchte er vor den Kopf stoßen undüberraschen, denn die Personen inseinem Roman verhalten sich meist anders, als der Leser es erwartet.

„Jede Berufsgruppe bekommt ihr Fett weg”, bekennt Evans schmunzelnd. Nicht nur Lehrer, Psychologen, Schönheitschirurgen und Polizisten werden parodiert, auch vor seiner eigenen Berufsgruppe macht der Sozialpädagoge, der seit 18 Jahren beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis arbeitet, nicht halt.

  Der Spaß am Schreiben steht bei ihm im Vordergrund, er möchte in erster Linie unterhalten. „Die Reaktionen auf das Buch waren sehr positiv”, resümiert Henry Evans. „Jederhat seine eigene Sicht, was ihm ambesten gefällt.” Und mutig finden esseine Bekannten, überhaupt einenerotischen Krimi verfasst zu haben.

  Dabei wären die „Tödliche Gelüste” beinahe der Technik zum Opfergefallen. Evans hat den Krimi bereits vor zehn Jahren handschriftlich verfasst und dann auf den PC übertragen. Nach einem Computer-Crash waren alle Daten weg und damit auch die Lust am Schreiben. Im Nachhinein ist der Autor jedoch dankbar für die zweijährige schöpferische Pause. Die Geschichte bekam eine neue Sichtweise - die einer Frau. „Es erfüllt mich mit Stolz,mein Buch im Laden ausgestellt zusehen”, verrät Evans, dessen Debütroman beim Internetbuchhandel Books on Demand verlegt wird. Eine interessante Erfahrung war fürden Autor das Vorstellen seines Romans auf der Leipziger Buchmesse.

Man kann Henry Evans als Europäer bezeichnen. Der Sohn einer Finnin und eines englischen Vaters verbrachte seine Kindheit in England. Im Teenageralter ist die Familie nach Deutschland gekommen, und Evans hat in Ulm „erst Schwäbisch gelernt, dann Deutsch”. Die Zeit seines Studiums beschreibt der Autor auf seiner Internetseite www.toedlichegelueste.de als einen vierjährigen Exkurs nach LA, frei nach dem Autokennzeichen des bayrischen Landshut. Der Liebe wegen ist Evans Mitte der 80er nach Franken gezogen. Mit Frau und Tochter lebt er in der unterfränkischen Metropole Würzburg.

Ob es eine Fortsetzung geben wird? „Mörderische Lust”, so der Titel des Nachfolgers, ist schon in Arbeit. Evans rechnet mit der Fertigstellung im nächsten Jahr und spricht bereits von einer Trilogie.

 

 

Tödliche Gelüste im Buchjournal

 

Fränkische Nachrichten Tauberbischofsheim, 28.01.2006:

Femme fatale, die vor den Kopf stößt

Henry Evans hat mit "Tödliche Gelüste" einen spannenden Erotikthriller geschrieben

Von Diana Seufert

"Es gibt Tage, da kann ich mich über alles aufregen. Heute ist wieder einer jener Tage. Es regnet schon den ganzen Tag." Eher unscheinbar beginnt das Buch "Tödliche Gelüste" von Henry Evans, das sich auf 324 Seiten als erotischer Thriller entpuppt.

Die Idee zu diesem Buch hatte der Brite, der seit 18 Jahren im Landratsamt des Main-Tauber-Kreises in Tauberbischofsheim arbeitet, schon viele Jahre mit sich herumgetragen. Krimis hätten ihn immer interessiert und fasziniert, schwärmt er von Verfilmungen mit Humphrey Bogart und Büchern von Raymond Chandler. Oft spielte dabei eine mysteriöse Frau eine wichtige Rolle. Doch Evans kannte die Filme und Bücher bisher nur aus Sicht der Polizei, nie aus Sicht der Frau selbst. Und hier setzt er an. "Wenn ich schon ein Buch schreibe, dann sollte es anders sein als die meisten übrigen", hat sich der 46-Jährige vorgenommen.

Seine Heldin Yvonne, die in die Rolle der Ich-Erzählerin schlüpft, geht als zynische und sarkastische Einzelgängerin durchs Leben. Genauso attraktiv wie hemmungslos, lebt sie ihre Sexualität aus und verdreht so manchem Mann den Kopf. Und die Lehrerin verführt einen Schüler der Oberstufe. Bei einer Psychotherapeutin sucht die nymphomanische Egoistin Hilfe. Abgründe offenbaren sich und neue Affären bahnen sich an. Währenddessen sorgen mysteriöse Morde an Gymnasiasten für Aufregung. Und die hübsche Lehrerin versucht mit Raffinesse und ohne Skrupel die Ermittlungen der Polizei zu manipulieren.

Als Femme fatale präsentiert Evans seine Heldin, die sich zwar mit ihrer eigenen Sexualität auseinander setzt, aber dabei stets zynisch und kalt bleibt. Wer Parallelen zu "Basic Instinct" vermutet, wird von Evans enttäuscht: "Die Idee für den Charakter der Frau hatte ich lange bevor ich diesen Film überhaupt kannte", sagt der Sozial-Pädagoge, der seit 30 Jahren in Deutschland lebt. Dass aber sein Fachwissen, gerade aus dem Studium und auch der Arbeit, zum Beispiel bei den Gesprächen der Hauptperson mit der Therapeutin einfließen, sei verständlich und wichtig im Vergleich etwa mit anderen erotischen Thrillern. "Ich habe bewusst eine durchgehende Handlung gewählt und versuche auch, die Hintergründe für das Verhalten der Frau zu beleuchten", erzählt der Autor, der seinen Krimi mit wissenschaftlicher Recherche und psychologischem Fachwissen untermauert. Wie betrachtet die Umwelt eine Frau, die ihre Sexualität auslebt? "Ein Mann ist ein Casanova oder Schwerenöter, bei einer Frau spricht man sofort von einer Schlampe". Dieses Image wollte er in ein anderes Licht rücken, die Frau positiver darstellen. Und Evans hat noch eine Besonderheit in seinen Roman eingebaut. Während die meisten bekannten Geschichten dieses Genres in Amerika spielen, hat er sich für die Großstadt Stuttgart als Ort der Handlung entschieden.

Erotik und Krimi: Für Evans war es beim Schreiben oft auch eine Gradwanderung an der Grenze zur Pornografie. Eigene Erfahrungen wurden dabei nicht verarbeitet, wie er oft gefragt wird. "Ein Krimiautor hat ja auch niemanden umgebracht, bevor er schreibt". Den Stoff holt sich der 46-Jährige vielmehr aus dem Fernsehen und auch aus Zeitungen, wo nahezu täglich über Themen wie Sexualität aber auch Gewalt berichtet wird. Seine "Bilder im Kopf" bringt er dann zu Papier. Ihm geht es dabei auch um eine "sarkastische Betrachtung der allgemeinen Sexualisierung in den Medien".

Bevor das Buch nach über zehnjähriger Arbeit, mit so mancher Schreibpause, schließlich an einen Verlag und schließlich in Druckging, hat Henry Evans seine Frau das Manuskript lesen lassen. Bei seiner 16-jährige Tochter allerdings ist er etwas vorsichtiger: "Das Buch ist eindeutig nicht jugendfrei und an manchen Stellen auch brutal."

Evans' spannender Erotikthriller soll den Leser unterhalten, aber ihn gleichzeitig auch ein bisschen vor den Kopf stoßen und zum Nachdenken bewegen. Seit November ist das Erstlingswerk des in Würzburg lebenden Briten beim Internetverlag Books on Demand in Norderstedt bei Hamburg zu haben. Und Freunde und Kollegen sind begeistert vom 324 Seiten dicken Buch, das im März auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt werden soll. Derzeit ist die Fortsetzung in Arbeit.

"Tödliche Gelüste", von Henry Evans, Books on Demand (Norderstedt),324 Seiten, 19,80 Euro.

� Fränkische Nachrichten - 28.01.2006

 

Mainpost

Tauberbischofsheim/Würzburg, 10.02.2006

Tödliche Lust einer Nymphomanin

Von Traudl Baumeister

Vor zehn Jahren hatte Henry Evans die erste Idee für sein Buch. Jetzt ist es fertig. Mit seinem in der Ich-Form erzählten Erotik-Thriller hat der in Würzburg lebende und im Landratsamt Main-Tauber arbeitende Sozialpädagoge ein außergewöhnliches Erstlingswerk geschrieben. Und der Nachfolgeband ist schon im Entstehen . . .

"Das außergewöhnlichste Lob, das ich bisher für mein Buch bekommen hab', ist das einer Frau: Sie habe noch nie in einem Buch eine so detailgenaue und sinnliche Beschreibung von Dessous gelesen, lobte sie mich", erzählt Henry Evans (46).

Details und stimmige Beschreibungen liefert der gebürtige Brite in seinem Erotik-Thriller "Tödliche Gelüste" auf 321 Seiten en masse. Ebenso wie Erotik und Sex prall - und psychologische Exkurse.

Diese Ambivalenz seines Erotik-Thrillers sei durchaus gewollt, sagt der Autor. Es schreibt aus der Sicht einer femme fatale, die einerseits die pure Reinkarnation erotischer Männerträume ist, andererseits einem menschlichen Monster gleicht.

Das Vorbild für die Ich-Erzählform lieferte ein ganz Großer. "Die Idee hatte ich, als ich den Roman ,Fräulein Smillas Gespür für Schnee' gelesen habe", erinnert sich Evans.

Tatsächlich musste er seine Story zweimal entwickeln. "Vor Jahren erfasste ich alle meine bis dahin per Hand verfassten Seiten im PC - und dann hatte ich den ersten PC-Crash", erzählt er vom Super-Gau seiner bisherigen Schriftstellerkarriere. Zwei Jahre dauerte es, bis er danach wieder den Elan aufbrachte, alles noch einmal neu zu verfassen. Und erst da kam diese andere Sichtweise ins Spiel.

Es ist mutig, als Mann aus der Sicht einer Frau, obendrein einer sexuell außerordentlich aktiven, zu schreiben. Mutig, so sagt der Sozialpädagoge des Allgemeinen sozialen Dienstes (ASD), finden viele seiner Bekannten es überhaupt schon, ein erotisches Buch zu schreiben.

Und natürlich, so berichtet er, werde immer wieder, meist mit süffisantem Grinsen, die Frage gestellt, wie viel denn biographisch oder selbst erlebt sei? "Das ist doch alles Quatsch", wiegelt der Autor solcherart Vermutungen ab. "Man fragt doch einen Krimiautor auch nicht, wie viele Menschen er denn schon ermordet hat, oder?"

Fantasie sei doch gerade das Alltagsgeschäft jedes Schreibers. Männliche Fantasie in diesem Fall - die der Leser allerdings angesichts der Geschehnisse schnell in Frage stellt. Insofern ist die Intention des Autors geglückt: "Ein sexuell aktiver Mann gilt als toller Hecht, eine ebensolche Frau als Hure - diese gesellschaftliche Tatsache wollte ich bewusst machen." Nein, "die Gesellschaft" zu kritisieren oder gar etwas zu ändern, sei sein Ziel nicht, sagt er.

Aber, "ein bisschen nachdenken über das Thema Sex", das solle der Leser schon. Ansonsten wolle er einfach unterhalten - sich und den Leser. Der hintergründige Humor mancher Stellen erschließe sich sicher erst bei nochmaligem Lesen oder genauem Hingucken.

Dass Evans Fantasie und Fantasien hat, daran lässt die spannende, skurrile Geschichte des Romans keine Zweifel. Von Evans gewollt gebremst wird das sich langsam, aber stetig entwickelnde Tempo immer wieder durch die wissenschaftlichen Exkurse der Hauptperson. Insofern gleicht der Thriller über die nymphomanische Lehrerin Yvonne ein bisschen "Sophies Welt", allerdings mit Schwerpunkt auf der Sex-Psychologie an Stelle der Philosophie.

Evans Frau hat sein Buch Korrektur gelesen, seiner 16-jährigen Tochter würde er es aber nicht geben: "Dazu ist es zu tabulos und manchmal auch zu brutal", gesteht er.

 

 

 

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